Sagen und Mythen aus dem Harz

Zerstörung der Burg Ilsestein

Am Fuße des Hügels, auf dem heute das ehemalige Schloss steht, wohnte vor langen Zeiten eine Hexe mit ihrer einzigen Tochter, dem gelben Trudchen. Talaufwärts aber wohnte auf einem Vorsprung der Felswand des Westerbergs in seiner stattlichen Burg der Ritter llsung mit seiner schönen Tochter Ilse.

Dieser Berg und der gegenüberliegende Ilsestein hingen damals noch mit einer gewaltigen Felsenmauer zusammen, die wie ein Wall war und mit der der Brockengeist sein Berggebiet vom Tal und der Ebene abgesperrt hatte. Da trug es sich zu, dass ein flinker, hübscher, abenteuernder Gesell bei der Hexe einkehrte und Gnade fand bei dem gelben Trudchen.

Als er aber eines Tages das wunderschöne Burgfräulein erblickte, verließ er flugs die alte Herberge, verdingte sich bei dem Burgherren als Knappe, gab sich danach als Graf Rolf und Erbe großer Güter aus; es dauerte nicht lange, da verlobte ihm der Burgherr seine schöne Tochter. Da ergrimmte die Hexe am Schlossberge über alle Maßen, schürte straks den Zauberkessel an und rief den Schwärm ihrer dienstbaren Geister aus Klüften, Höhlen und Lüften herbei. Ein furchtbares Unwetter brach daraufhin los. Die Berggeister krochen in die Abgründe und rüttelten unten an der Felsmauer, dass sie und die Burg darauf hin und her schwankten wie ein Rohr im Wind.

Die Luftgeister trieben alle Regenwolken über dem ganzen Harzgebirge nach dem Brocken hin zusammen und stürzten dann eine so ungeheure Wasserflut hernieder, dass die Gewalt des Wassers die Felsmauer in tausend Trümmer zerschellte. Da stürzte die Burg von ihrer Höhe in die schäumende, wirbelnde Tiefe hinab und verschwand mit all ihren Insassen im Schwall der brüllenden Gewässer.

Ein Köhler sah noch - er hatte sich beizeiten auf eine nahe Höhe geflüchtet - wie das schöne Fräulein Ilse von einem Riesen behende durch die Fluten getragen wurde. Er hatte einen langen Bart, sein Haupt war mit einem Eichenkranz umwunden und eine hohe Tanne diente ihm als Stab.

Niemand hat gezweifelt, das dieses der Brockengeist oder der so genannte "Wilde Mann" selbst gewesen sei, der sich der lieben Unschuld erbarmt hatte. Mit der Zeit verebbte die gewaltige Flut und nur die Trümmer der Felswand - der Ilsestein und der Westerberg sind als Felsenpfeiler, als Wahrzeichen stehen geblieben.

Und nun sind Sie dran. Besuchen Sie uns auf dem Ilsestein und genießen Sie den Blick, hinüber zum Westerberg, auf das Brockenmassiv und weit in das Harzvorland.

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